No Reason

Am Morgen sah noch alles ziemlich okay aus im Leben von Jennifer: Mann, Kind, Kegel – alles im Lot. Dann kam der Postbote und benahm sich seltsam, die Nachbarin brachte eine schlechte Nachricht, und der Nachbar hielt ihr einen kryptischen Vortrag. Und dann ist Jennifer irgendwie die Realität entglitten. Oder Jennifer der Realität. Jetzt hockt sie in einer Blutlache, überall liegen übel zugerichtete Kadaver, oder es schreien Menschen, die gerade übel zugerichtet werden, und ein unheimlicher Maskenmann scheint das Ganze zu dirigieren.

Deutschlands mutmaßlich talentiertester Low-Budget-Splatterfilmer Olaf Ittenbach ("Riverplay") fällt nach einer kreativen Hochphase Mitte des vorangehenden Jahrzehnts zurück in ältere, schlechtere Gewohnheiten und kredenzt seinem Publikum ein zusammenhanglos anmutendes Intermezzo bizarrer Laienspielszenen vor Garagenkulissen in flachen, blassen Digicam-Bildern. In den Splatterszenen gibt Ittenbach, der inzwischen auch für Uwe Boll das Blut anrührt, wie gewohnt Vollgas, doch mag sich nachhaltige Wirkung angesichts des armseligen Ganzen nicht einstellen.


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